+49- (0) 6181-3008-650

24 Jun 2016

EUROSAFE läuft in Hamburg ein

//
Kommentare0

Führungskräfte-Workshop „Ladungssicherung im See- und Landverkehr“ in Hamburg / Hafen für Experten am 19. und 20. Mai 2016!

Teilnehmer EUROSAFE-Workshop

Teilnehmer EUROSAFE-Workshop

Die EUROSAFE GmbH konnte zusammen mit der Hafengesellschaften HHLA, der Wasserschutzpolizei Hamburg, Rechtsvertretern und weiteren Spezialisten am 19.-20. Mai 2016 einen 2-tägigen Spezialworkshop mit über 24 Personen realisieren.

Diese Spezialveranstaltung – früher „Travemünder Seminar“ konnte somit erfolgreich nach Hamburg gebracht werden und wird am 3.-4. November 2016 ebenfalls wieder in Hamburg stattfinden. Bereits jetzt schon sind die ersten 10 von 24 Teilnehmern fest eingebucht. Der erste Tag wird über den Dächern Hamburgs im Empire Riverside Hotel stattfinden. Der 2. Tag ist dann wieder auf einem Containerterminal in Hamburg.

Highlights

Nach Einleitung durch den Sicherheitsingenieur der HHLA / Herr Dipl. Ing. Smietanka wurden eindrucksvolle Arbeitsgebiete der HHLA dem Teilnehmerkreis vorgestellt – mitten im Containerhafen. Die Workshop-Teilnehmer waren zu jeder Zeit am Geschehen nahe dran und konnten der Beladung von Containerschiffen und die Bewegungen aus dem Vor-Stau aus dem Seminarraum in den Pausen beobachten.

mangelhaft gesicherte Ladung

mangelhaft gesicherte Ladung

Rechtsprechung

Das neuste aus der Rechtsprechung zum Thema Ladungssicherung und aber auch Verpackung –nicht nur auf der nationalen sondern auch auf der internationalen Ebene konnte durch Herrn Dr. Graf/ Richter am Amtsgericht Koblenz im Detail dargestellt werden. Besonders das Thema persönliche Haftung und Organisationsverschulden wurde intensiv diskutiert und auf Beispiele aus dem Teilnehmerkreis transferiert. Der Vortrag endete mit dem Durcharbeiten von 3 Praxisbeispielen aus der gerichtlichen Arbeit, wobei die Erfahrungen des Gerichtsgutachters Wolfgang Neumann einfließen konnten.

Dr. Graf / Richter am AG Koblenz

Dr. Graf / Richter am AG Koblenz

Wolfgang Neumann / Gutachter

Wolfgang Neumann / Gutachter

 

Deutsches Havariekommando Cuxhaven

Das Deutsche Havariekommando ist eine einmalige Einrichtung weltweit und untersteht direkt dem Deutschen Verkehrsminister – so der Leiter der Dienststelle in Cuxhaven Herr Hans-Werner Monsees. Immer wenn es zu brenzligen Einsätzen kommt an die sich niemand mehr herantraut wird diese Spezialeinheit tätig.

Herr Monsees / Leiter Havariekommando

Herr Monsees / Leiter Havariekommando

Die mehr als 40 Spezialisten bekämpfen Havarien auf See und retten Leben und Schiffe mit Ihrem Spezialwissen. So konnten seit 2003 über 63 Großschadenslagen bekämpft werden unter anderem auch die Brandkatastrophe auf der MS Flamenia, die nach wochenlangem Herumirren auf dem Atlantik unter schwierigsten Verhältnissen im neuen Tiefseehafen Wilhelmshaven sicher entladen wurde. Gut das es so etwas gibt – so einhellig die Teilnehmer des Workshops und noch besser wenn dies nicht benötigt wird sondern Container und Fahrzeuge ausreichend gesichert und gestaut sind.

Gerichtliche Praxis aus Gutachtersicht

Teilnehmer in der Diskussion

Teilnehmer in der Diskussion

Einer Strafverfolgung wegen mangelhafter Ladungssicherung ausgesetzt zu sein ist für Betroffene (Personen oder Unternehmen) alles andere als erstrebenswert. Die Entwicklung bei den Gerichtsverfahren in Deutschland und Europa zeigt auf, dass immer mehr Wissen auch seitens der Gerichte angefordert wird wenn es um Ladungssicherung geht. Die schweren Unfälle zeigen eine leicht steigende Tendenz, wobei die Vorfälle mit Personenschäden und Tötungsdelikten auch weiterhin auf niedrigem Niveau sind. Trotzdem, jeder einzelne Fall führt zu Leid bei unbeteiligten Verkehrsteilnehmern und zu Einzelschicksalen, wo jedes sicherlich eines zu viel ist. Wolfgang Neumann zeigte als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger auf, was in Schadensfällen passieren kann und wie man sich als Verlader und Industrieunternehmen vor solchen schwerwiegenden Vorfällen weitgehend schützen kann.

 

 

Container-Kontrolle am Containerterminal mit der Wasserschutzpolizei

Mangelhaft gesicherter Container

Mangelhaft gesicherter Container

Der Dialog und aber auch die Vermittlung von Kontrollstandards liegen der Wasserschutzpolizei Hamburg besonders am Herzen. Wir leben bei der Polizei auch von der Kommunikation und Wissensvermittlung – so Herr PHK Rüdiger Rohland. Zusammen mit den Teilnehmern konnten einige Container geöffnet werden und dies unter Vollmaske und weiteren Sicherheits-Maßnahmen. So wurde vor jeder Kontrolle eine Messung der Atmosphäre durchgeführt. POK Klose zeigt auf, welche Gefahren in Containern warten. Keiner der geöffneten Importcontainer war ausreichend gesichert – so die Ernüchterung. Weiter waren Gefahrgut-Kennzeichnungen nicht ausreichend oder richtig angebracht. Dies führt zum Nachbessern oder auch zu einem Umstauen auf dem Hafengelände. Hier kommen wieder die Spezialisten der HHLA zum Einsatz und helfen fachkundig weiter.

Wie stabil ist ein Container und was halten Zurrösen und Containertüren?

Im neusten EUROSAFE Forschungsprojekt geht Herr Prof. Krapoth den Fragen genauer aufgrund. Es ist nicht immer so einfach dem Professor für technische Mechanik zu folgen, da die Inhalte des CTU-Codes:2014 sehr viele neue Informationen enthalten. So wurden z.B. auch intensiv die Mindestangaben aus dem neuen CTU-Code intensive diskutiert. So lassen sich die Containerzurrösen häufig höher belasten als es die Mindeststandards des neuen CTU-Codes vorgeben. Wie man damit umgeht und was das für die Ladungssicherung im Container bedeutet wurde zwischen den Teilnehmern kontrovers diskutiert. Final lässt sich sagen: wir stehen bei der Ladungssicherung im Container nicht ganz am Anfang aber es gibt viele unzureichend verfolgte und erforschte Fragestellungen.

Spannungen Containertür (Prof. Krapoth)

Spannungen Containertür (Prof. Krapoth)

 

Die Berechnungen aus dem EUROSAFE-Forschungsprojekt jedoch bringen mehr Klarheit und verlässlichere Datenbasis-Informationen um das Thema besser berechenbar und transparenter zu machen. Gerade beim Einsatz neuer Lashings-Systeme hat dies eine besondere Bedeutung bekommen. Durch Herr Prof. Krapoth wurde erstmalig eine Simulationen der Kräfte aufgezeigt, welche eine Modifizierung von Ladungssicherungssystemen ermöglicht.

   

Die nun aktuell im CTU-Code: 2014 angegebenen Mindest-Zurrpunktfestigkeiten betragen im unteren Bereich 1000 daN und im Dachlängsträger 500 daN. Jedoch sind dies Mindeststandards und mit Ausarbeitungen wie diese erstmalig für Container durchgeführt worden. Es konnte nachgewiesen werden, das auch andere Annahmen unter bestimmten Voraussetzungen möglich sind, da dies nicht nur wissenschaftlich sondern auch in praktischen Versuchen umfangreich geprüft wurde. Jedoch müssen diese Ableitungen durch qualifizierte Gutachter in Zertifikaten nachvollziehbar und transparent nachgewiesen werden.

David Piel / Hapag Lloyd

David Piel / Hapag Lloyd

FEM-Analyse Zurrpunkt

FEM-Analyse Zurrpunkt (Prof. Krapoth)

Besonders positiv sind die Zurrpunktentwicklungen (2000 daN) der Hapag Lloyd-Container mit Stahlboden zu bewerten, auch wenn bezüglich des Stahlbodens und dessen Befahrbarkeit noch einige Fragen offen sind.

 

 

Verpackung und Ladeeinheiten

Was man bei der Verpackung spart muss man bei der Ladungssicherung oder Ladeeinheitenbildung oft wieder durch kostenintensive Maßnahmen ausgleichen. Die Basis sind zunächst die physikalischen Grundlagen im Land- und Seeverkehr, so Hilmar Müller; Personenzertifizierter Trainer & Berater der EUROSAFE GmbH.

Ausschnitt EUROSAFE Fahrversuche

Ausschnitt EUROSAFE Fahrversuche

Die Prüf-Szenarien nach der am 2018 gültigen EUMOS-Standard für Europa (40509:2012) wie sie durch den Europäischen Rat im Jahr 2014 erlassen worden sind, helfen über dynamische und reproduzierbare Prüfungen teilweise genauer und aber auch kostengünstiger zu ermitteln, als die nur in Teilbereichen reproduzierbaren und komplexen Fahrversuche auf Realfahrzeugen. Durch eingespielte Videosequenzen wurde auch deutlich, wie sinnvoll der statische Kipptest sich darstellt – insbesondere wenn dies vor Gericht entschieden werden muss, wie es zu Produktaustritt oder zu Unfällen kam.

 

 

 

Eurosafe_Ladungssicherung_See_Landverkehr_Prozesse

Prozesse verbessern

Was das in Euro bedeutet wurde deutlicher, wenn verschiedene Ladesicherungs- und Stau-Szenarien miteinander verglichen werden „total-cost to ownership“. Wer das beeinflussen möchte, muss vom Produkt über Abfüllverfahren, Lager- und Umschlagsvoraussetzung, den Verlade/Entladeprozess und die damit verbunden Aufwendungen betrachten und bewerten. Die Kernkompetenz der EUROSAFE zeichnet sich daher mehr und mehr neben den Prüftätigkeiten und Ausbildungslehrgängen als einer der wichtigsten Dienstleistungen am Markt heraus. Es macht keinen Sinn hochwertige Produkte nachlässig zu verpacken, dann auch noch mit viel Mühe zu verladen, wenn die hierfür erforderlichen Standards nicht eingehalten werden können. Hierzu wurde eine Reihe von Beispielen aufgeführt, die für nachhaltigen Erfolg z.B. beim Transport von Big Bags, Fässern oder Kanister führen.

Nächster Termin am 3. und 4. November 2016 – wieder im Hamburg

Der nächste Workshop ist bereits für den 3. und 4. November 2016 wieder in Hamburg Hafen geplant. Diesmal, am 1. Tag über den Dächern von Hamburg im Empire Riverside Hotel mit folgenden Schwerpunkten:

  • Technische Unterwegskontrolle des Europäischen Rates 2014/47 ab 2018 zur Ladungssicherung
  • Neues aus der Rechtsprechung mit Herrn Rechtsanwalt Bock
  • Umsetzung von Ladungssicherung im Container und LKW nach Code of Practice.
  • Berechungen aus Gutachten im Straßenverkehr im Detail

Das Seminar wird final auf die Arbeitsgebiete und Transporte der Teilnehmer zugeschnitten.

Anmeldungen und Anfragen für die nächste Veranstaltung unter info@euro-safe.eu.